Carmen Westermeier über die künstlerische Auseinandersetzung mit Rollenerwartungen und gesellschaftlicher Stereotypenbildung.

 

Bisher habe ich mich in meiner Arbeit vor allem von einem forschend-kritischen Habitus leiten lassen, den ich innerhalb der neuen Medien, der Fotografie, Video oder in Form von Installationen verfolge. Viele meiner Arbeiten entstehen in Zusammenarbeit mit meiner Kollegin Julia Hainz.

 

Eines meiner wesentlichen künstlerischen Handlungsfelder ist die Auseinandersetzung mit Rollenerwartungen und gesellschaftlicher Stereotypenbildung, innerhalb derer ich nicht nur sexistische & lookistische Klischees kritisiere, sondern vielmehr den Versuch unternehme, gesellschaftliche Normierungsprozesse strukturell zu untersuchen, aufzuzeigen und zu persiflieren.

 

In der installativen Kombination von Einzelobjekten möchte ich einen strukturellen Diskurs erzeugen, dessen offener Gehalt sich von der zynischen Darstellung anerzogener Stereotypen bis zu einer fundamentalen Kritik gesellschaftlicher Bewältigungsstrategien, die als Lösung für die Folgen der eigenen Normierung herangezogen werden, erstreckt.

In diesem Feld reflektiere ich immer wieder meine eigene Position in der Begegnung mit geschlechtlichen, ästhetischen, herkunftsspezifischen oder sexualisierten Rollenbildern.

Mittels einer direkten Sprache und oftmals das Klischee zitierender Formgebung ermögliche ich dem Betrachter das Eindringen in neue, dubiose Gedankenräume.So verweisen viele meiner Arbeiten auf erlebbare, aber opake Prozesse, wenn ich beispielsweise die seltsam-sexualisierte Formensprache landwirtschaftlicher Produktionsmaschinen aufgreife, mit Formen des sexualisierten Alltags in Verbindung bringe und so einen Diskurs über die ödipalen Grundstrukturen der Produktivgesellschaft anrege.

 

Als DJ spiele ich seit 2014 hauptsächlich im Raum Nbg/Er. 2014 gründete ich außerdem das interdisziplinäre queer-feministische Kollektiv „Trouble in Paradise“ mit der gleichnamigen Veranstaltungsreihe im Musikverein im K4. Im September 2016 brachte ich mit Unterstützung von Karin Kolb die 1. Ausgabe des „Trouble in Paradise – Girl* Gang Riot Mag“, ein Print-Magazin mit Arbeiten von über 25 Künstlerinnen*, heraus. 

 

Vita

1985 geboren in Kelheim

2006 Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin

2010 Studium Pflegefachwirtin

2014 Abitur, Hermann Kesten Kolleg, Nürnberg

seit 2014 Studium AdbK Nürnberg

seit 2019 Studium HfG Karlsruhe

Stipendien

2016 | Stipendium „Wintercampus 2016“ | Kalbe

2016 | 2. Platz | Ausschreibung Buchcover v. Daniela Preiß

2016 | Stipendium „Sommercampus 2016“ | Kalbe

2018 | Ausstellungslabor | AdbK Nürnberg

2018 | Stipendium der HfG Karlsruhe 

2019 | Stipendium Sommerakademie Salzburg

Ausstellungen

2014 | Queer Ass Unicorn | KunstKulturQuartier | Nürnberg

2015 | Die längste Pfeife | Akademie Galerie | Nürnberg

2015 | Jahresausstellung der AdbK | Nürnberg

2015 | Trouble in Paradise | Tafelhalle | Nürnberg

2016 | Rundgänge „Wintercampus Kalbe“ | Kalbe

2016 | Rundgänge „Sommercampus Kalbe“ | Kalbe

2016 | Cultural Transit | Ekaterinburg (RU)

2016 | Jahresausstellung der AdbK | Nürnberg

2016 | Pomme de Terre | HfbK | Hamburg

2017 | Hygiene | Edel Extra | Nürnberg

2017 | Beauty & Nails by Carmen | Edel Extra | Nürnberg

2018 | Tape Loop Orchester | K4 | Nürnberg

2018 | Sheela Na Gig | AdbK | Nürnberg

2018 | Tape Loop Orchester | It isn't happening | Nürnberg

2018 | Beauty & Nails by Carmen | Oettinger Villa | Dortmund

2018 | Heavy Metal Erntedank |  Erlangen | Kunstpalais

2018 | Sheela Na Gig | Ludwigs | Nürnberg

2019 | DAF goes CHE | Nextex | St. Gallen (CH)

2019 | Frauen.Bilder.Weiterdenken | Erlangen

 

upcoming: 

8.11.19 | Young Urban Performances | Osnabrück